Geschwister-Scholl-Preis an Liao Yiwu

"Für ein Lied und hundert Lieder"

„Exil ist vielleicht nur das zweitbeste Glück, aber dennoch das allergrößte, verglichen mit einer Heimat, in der man nicht leben darf.“ So schließt Herta Müller ihre Laudatio am 14. November 2011 und gratuliert Liao Yiwu zum Geschwister-Scholl-Preis 2011.

gsp_2011_bild_meldung

Er wurde dem chinesischen Dichter in der Großen Aula der Ludwig-Maximilian-Universität in München für sein Buch „Für ein Lied und hundert Lieder. Ein Zeugenbericht aus chinesischen Gefängnissen“ verliehen. Inhaftiert wurde Liao Yiwu nachdem er in einem Gedicht das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens vorhergesagt hatte. Für diese Kritik wurde er zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. In seinem Buch schildert Liao auf literarisch höchst eindringliche Weise die brutale Realität seiner Haft. Dabei ist er schonungslos. Am Ende seiner Rede bei der Preisverleihung dankte Liao Yiwu besonders auch seinen deutschen Lesern. Seit dem Sommer 2011 ist er hier im Exil. „Liao Yiwu hat seinen eigenen Kopf und seinen eigenen Ton“, liest man in der Begründung der Jury. Obwohl er nur Chinesisch spricht, fühlten sich alle mit ihm verbunden als er nach der Rede eines seiner Gedichte rezitiert und Flöte spielte. Gerne stellen wir Ihnen Bildmaterial mit Impressionen rund um die Verleihung zur Verfügung.

Weitere Impressionen vom Tag mit dem Preisträger finden Sie in unserer Bildergalerie!