Publishing der Zukunft
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Bei „Publishing der Zukunft“ am 20. Oktober 2010 konnten Mitarbeiter aus Verlagen ihre Grundkenntnisse im Umgang mit neuen Medienformen vertiefen. Es wurde ein breiter Überblick geboten, der auf jeden Bereich eines Verlages einging.
In jeweils drei Panels wurden die Themenfelder Rechte und Lizenzen, Workflow im Verlag, sowie Technik und Herstellung behandelt. In den Vorträgen und Workshops informierten die Referenten über die Chancen, die die Digitalisierung mit sich bringt, wiesen aber auch auf neu entstehende Risiken hin und zeigten Handlungsmöglichkeiten an konkreten Beispielen aus der Praxis.
Der Kongress begann mit einer kurzweiligen Keynote von Arnoud de Kemp, Geschäftsführer und Mitinhaber der Internetagentur digipromo. Er schlug einen Bogen von Gutenberg zu heutigen digitalen Publikationsformen. „Publishing der Zukunft ist für mich eine Welt mit vielen neuen Möglichkeiten.“ Mit dieser positiven Einschätzung der Entwicklungen im Bereich Digitalisierung prägte de Kemp schon zu Beginn die Stimmung, die auch im Laufe des Kongresses erwartungsvoll und stets zukunftsfreudig blieb.
Es folgten jeweils drei Panels zu den Themenfeldern Rechte und Lizenzen, Workflow im Verlag, sowie Technik und Herstellung.
Den juristischen Fallstricken widmete sich zunächst Dr. Konstantin Wegner, Rechtsanwalt bei SKW Schwarz und Justiziar unseres Landesverbands. Er machte deutlich, wie Verlage sich im Hinblick auf künftige technische Entwicklungen rechtlich absichern können. Björn Frommer von Waldorf Frommer Rechtsanwälte klärte die Verlage über die wichtigsten Formen der Piraterie auf und zeigte, wie man als Verlag darauf reagieren kann und auch sollte. Volker Oppmann von textunes zeigte schließlich, was er unter einem Digital Rights Management, versteht, das es dem Leser einfach macht, E-Books zu kaufen, zu lesen und zu genießen.
Den Themenbereich Marketing/Lektorrat/Vertrieb eröffnete Dr. Hermann Riedel, Verlagsleiter des Carl Hanser Verlags, der anhand eines Werkstattberichts die Herausforderungen des digitalen Workflows, der schon beim Autor beginnt, deutlich machte. „Unabhängig davon, welche Geschäftsmodelle sich am Ende durchsetzen werden, sind Verlage vor die Herausforderung gestellt, wachsende Komplexität ohne große Umsatzzuwächse zu bewältigen“, so Riedel. „In den nächsten Jahren werden wir wohl eine Ausweitung der Verlagsangebote sehen. Die klassischen Medien verschwinden nicht, sondern werden um digitale Angebote ergänzt.“
Philipp Neie vom Schweitzer Sortiment, einer der führenden Fachbuchhandlungen in Deutschland, erklärte wie auch der Buchhandel durch spezielle Kompetenzen und gezielte Strategien seinen Mehrwert erhalten und sich einen Platz in der digitalen Welt sichern kann. Abgeschlossen wurde das Themenfeld von Guy Fischer und Ronny Fischer von Fischer & Knoblauch. Die Referenten stellten verschiedene externe Dienstleister vor und zeigten auf, was sie leisten und wie Zusammenarbeit sinnvoll sein kann.
Im Themenbereich Herstellung machte Tore Meyer, Geschäftsführer der We tab GmbH den Anfang. Er vertrat seinen Kollegen Helmut Hoffer von Ankershoffen und erklärte, wie Verlage von Tablets, z.B. in Form von E-Zeitschriften, profitieren können. Durch die intuitive Touch-Bedienung bei Tablets können auch Menschen, die bis dahin noch keinen Computer genutzt haben, damit umgehen, meinte im Vorfeld der Tagung von Ankershoffen, Geschäftsführer der Neofonie GmbH. Mit den neuen Technologien müsse man eine größere Zielgruppe im Auge haben.
Ingo Eichel von Adobe stellte schließlich die Möglichkeiten von Crossmedia-Produktion vor. Am Beispiel der Gestaltung von digitalen Zeitschriften, die direkt in InDesign CS5 produziert werden können, machte er deutlich, wie die Herstellung der Zukunft aussehen könnte.
Zum Ende der Veranstaltung wagte Claus Weibrecht, der mit der Gründung seiner Firma IronShark 2002 als jüngster Unternehmer Thüringens eine Erfolgsgeschichte begann, einen Blick über den Tellerrand. Mit Innovationen und Zukunftsvisionen wies er auf Chancen hin, die Digitalisierung positiv für sich und sein Unternehmen zu nutzen.
Prof. Dr. Sabine Wölflik, Dozentin an der Hochschule München und Moderatorin der Veranstaltung beendete den Fachkongress mit einem positiven Fazit: „Es wird eine friedliche Koexistenz von Digital und Print geben!“ Dieser Meinung waren auch die Teilnehmer, die auch nach dem offiziellen Teil noch den Dialog mit den Referenten suchten sowie Eindrücken und Ideen austauschten.
"Publishing der Zukunft" wurde veranstaltet vom Börsenverein des deutschen Buchhandels, Landesverband Bayern in Kooperation mit dem Cluster Druck und Printmedien, der tgm – typografische gesellschaft münchen.
Nähere Informationen und das ausführliche Programm finden Sie hier.
Ansprechpartnerinnen für "Publishing der Zukunft" sind Irena Schottner, Tel.: 089-291942-43, schottner@buchhandel-bayern.de und Andrea Wolf, Tel.: 089-291942-41, wolf@buchhandel-bayern.de.


