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Buch- und Titelproduktion

Auf zu neuen Dimensionen: 2008 haben die deutschen Verlage zum ersten Mal mehr als eine Milliarde Bücher und Druckerzeugnisse im Gesamtwert von 4,5 Milliarden Euro produziert – 47 Millionen Exemplare mehr als im Vorjahr. Nachdem das Produktionsvolumen schon 2007 um 1,4% nach oben gegangen war, legten die deutschen Verlage jetzt noch einmal nach, und zwar um beachtliche 4,7%. Aber auch wenn die deutschen Verlage mehr Exemplare produziert haben denn je: Die Zahl der Neuerscheinungen (Erst- und Neuauflagen) ist 2008 gesunken. Genau 94.276 Titel sind im vergangenen Jahr auf den Markt gekommen – 2.200 weniger als im Vorjahr, ein Rückgang um 2,3%. Damit haben die Verlage ihren Titelausstoß seit Jahren zum ersten Mal wieder gedrosselt. Das Verhältnis von Erstauflagen zu wieder aufgelegten Werken liegt bei 88:12.


Wertmäßige Buchproduktion nach Warengruppen 2008
Belletristik, Sachbücher 31,8 %
Adressbücher, andere Bücher, Broschüren u.ä. Druckerzeugnisse 24,8 %
Schulbücher 14,4 %
Naturwissenschaften, Technik
8,3 %
Loseblattwerke 7,4 %
Geistes- und Sozialwissenschaften
7,9 %
Kinderbücher 4,0 %
Bilder-, Zeichen- und Malbücher 1,3 %

 

Im Ländervergleich liegt Bayern bei der Titelproduktion mit 18,1% wieder deutlich in Führung. An zweiter Stelle steht Nordrhein-Westfalen mit 15,0%, es folgt Baden-Württemberg (12,6%) auf dem dritten Rang.

Auch die Entwicklung der Erstauflagen lässt sich geografisch zeigen: München und Berlin liefern sich hier seit einiger Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das München in diesem Jahr klar für sich entscheiden konnte. 9.614 Novitäten sind 2008 in der bayerischen Landeshauptstadt erschienen (2007: 10.279 Novitäten). Berlin, im Jahr davor noch in der Pole-Position, folgt diesmal auf Platz zwei mit 9.495 Titeln (Vorjahr: 10.317). Wie in den Vorjahren auch, rangiert Stuttgart (4.114 Titel) mit deutlichem Abstand hinter München und Berlin. Neu auf Platz 4: Hamburg, das in den vergangenen Jahren kräftig aufgeholt hat. Das liegt allerdings vor allem daran, dass Frankfurt, bislang auf Rang 4, deutlich nachgelassen hat (2008: 3570 Erstauflagen, 2007: 4.494).

Die Taschenbücher konnten ihren Anteil an den Erstauflagen gegenüber 2006 bundesweit erneut deutlich steigern – und zwar von 9,8% auf 10,3%. 8.570 neue Titel haben im vergangenen Jahr um die Gunst der Leser konkurriert, 2007 waren es 8.423. Vorherrschendes Sachgebiet ist nach wie vor die Belletristik mit 48,5% (2007: 46,1%).


Titelproduktion (Erstauflagen) nach Sachgruppen 2007
(nach "Buch und Buchhandel in Zahlen 2008")
Belletristik 17,7 %
Deutsche Literatur 12,6 %
Kinder- und Jugendliteratur 8,8 %
Medizin, Gesundheit
5,1 %
Theologie, Christentum
4,6 %
Recht 4,5 %
Management 3,9 %
Wirtschaft 3,4 %
Sozialwissenschaften, Soziologie
3,3 %
Geografie, Reisen
3,2 %
Informatik
2,9 %
Geschichte Deutschlands
2,4 %
Übrige Sachgebiete 24,1 %
Quelle: Deutsche Nationalbibliographie, VLB 2008

 

Die internationale Verlegerunion (IVU/IPA) veröffentlicht in ihrer Statistik den internationalen Vergleich, wobei nicht alle Staaten ihre Zahlen dorthin melden. So tauchen in der unten stehenden Tabelle wichtige und produktionsstarke Länder wie z.B. China und die USA nicht auf.

Aus den vorhandenen Angaben geht jedoch hervor, dass Deutschland 2008 mit 94.276 neu aufgelegten Titeln zu den führenden Buchnationen zählte.

 

Internationale Titelproduktionen
(nach "Buch und Buchhandel in Zahlen 2008")
Angaben aus dem Jahr ...
Argentinien 17.825 2005
Australien 8.602 2003
Belgien 6.961 2005
BR Deutschland 94.276
2008
Brasilien 34.858 2004
Bulgarien 6000 2004
Chile 3.565 2005
Dänemark 13.227 2005
Estland 3.727 2003
Finnland 4.430 2005
Frankreich 68.433 2005
Griechenland 7.511 2004
Großbritannien 115.522 2006
Irland 8.253 2003
Italien 50.000 2008
Japan 67.522 2000
Kanada 15.707 2000
Lettland 2.855 2008
Litauen 4.859 2002
Neuseeland 2.266 2005
Niederlande 19.061 2002
Norwegen 4.633 2004
Österreich 7.806 2005
Polen 19.371 2002
Portugal 15.594 2006
Schweden 4.246 2004
Schweiz 10.904 2000
Slowenien 3.735 2004
Spanien 63.551 2005
Südafrka 34.961 2000
Südkorea 43.586 2005
Thailand 11.120 2004
Tschechische Republik 18.520 2008
Ungarn 14.447 2008



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