Zahl der Unternehmen und deren Umsätze
Gleiches gilt für die Firmen des verbreitenden Buchhandels: von den rund 7.200 Firmen bzw. Verkaufsstellen, die im Adressbuch des deutschsprachigen Buchhandels vertreten sind, handelt es sich auch um Filialen oder Buchverkaufsstellen, die nur einen kleinen Teil ihres Sortiments mit Büchern bestücken und ihren Schwerpunkt in anderen Branchen wie z.B. dem Schreibwarenhandel haben. Die Mehrheit dieser Unternehmen - die ausschließlich oder überwiegend Bücher sowie Fach- und wissenschaftliche Zeitschriften verlegen oder verkaufen - ist Mitglied im Börsenverein des Deutschen Buchhandels und in einem der buchhändlerischen Landesverbände.
| Mitglieder des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels |
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| Verlage | 1.833 |
| Buchhandlungen | 3.814 |
| Zwischenbuchhandel | 78 |
| Verlagsvertreter | 29 |
| Gesamt Stand 01.05.2009 | 5.787 |
Bei den Verlagen hatten sich Berlin und München in den vergangenen Jahren mehrfach als Tabellenführer abgewechselt, 2008 waren die Münchner in Führung gegangen, jetzt hat wieder Berlin die Nase vorn.
Bei der Buchhandelsdichte ist Berlin ohnehin unangefochtener Spitzenreiter – mit 243 Geschäften (2008: 248 Sortimente). An der Isar sind es 150 (2008: 159). Auf Platz drei und vier folgen Hamburg (77 Verlage, 136 Buchhandlungen) und Köln (65 Verlage, 115 Buchhandlungen).
Während Verlage und Buchhandlungen bei der Produktentwicklung und beim Kundenservice die Märkte von morgen ausloten und dabei zunehmend Konkurrenz durch branchenfremde Akteure bekommen, machen sie ihr Geschäft von heute nach wie vor mit Printprodukten. Und das läuft gar nicht so schlecht: 2009 sind die Umsätze buchhändlerischer Betriebe um 0,8 % gestiegen. Alles in allem erwirtschaftete die Branche Einnahmen von knapp 9,7 Milliarden Euro. Sie konnte ihr Umsatzniveau also nicht nur halten, sondern sogar leicht ausbauen – obwohl die deutsche Wirtschaft noch unter den nachwehen der Finanzkrise zu leiden hatte.
or allem die Verlage können mit dem zurückliegenden Jahr mehr als zufrieden sein: Ihre Umsatzentwicklung liegt mit einem Plus von 3,8 % deutlich über dem Branchendurchschnitt. Der stationäre Buchhandel ist mit einem Umsatzanteil von 52,3 % immer noch der wichtigste Absatzkanal für Bücher. Dennoch hat er in den vergangenen fünf Jahren 2,5 %punkte abgeben müssen – 0,3 % davon in diesem Jahr. 2005 steuerte er noch 54,8 % zum Umsatzvolumen der Branche bei.
Beim Blick auf alle Absatzkanäle wird deutlich, an wen der stationäre Handel Marktanteile verloren hat. Der Versandbuchhandel baut seine Position kontinuierlich aus und schneidet sich mittlerweile 15,5% vom Umsatzkuchen ab (Vorjahr 14 %). Vor fünf Jahren kam er gerade mal auf 11,2 %. Unter dem Strich konnten die Versender ihren Umsatz 2009 um 11,4% auf 1,5 Milliarden Euro steigern. Dank starker Zuwächse im E-Commerce wuchs der Versand- und Online-Handel in Deutschland im Jahr 2009 um 1,7 % auf einen Gesamtumsatz von 29,1 Milliarden Euro (1008: 28,6 Milliarden). Der Anteil des Versandhandels an den Einnahmen des Einzelhandels stieg dabei auf den neuen Spitzenwert von 7,4 % (Vorjahr: 7,2 %).
Während der Versandhandel floriert, haben Warenhäuser und Buchclubs in den vergangenen Jahren kontinuierlich Anteile am Buchmarkt eingebüßt. Die Buchgemeinschaften kommen jetzt nur noch auf 2,3 % (Vorjahr 2,9 %), die Warenhäuser haben in einer ähnlichen Größenordnung verloren (2008: 3,0 %, 2009: 2,4 %) – auch die Probleme bei Karstadt dürften hier ihre Spuren hinterlassen haben. Zum Vergleich: 2005 steuerten die Warenhäuser noch 4,3 % zum gesamten Branchenumsatz bei, die Buchclubs 3,2 %.
| Geschätzte Umsätze zu Endverbraucher-Preisen 2009* | ||||
| Vertriebsweg | Mio. € | Umsatz- Anteil in % | Veränderung gegenüber 2007 in % | |
| Sortimentsbuchhandel | 5.065 | 52,3 | +0,1 | |
| Sonstige Verkaufsstellen | 898 | 9,3 | +0,1 | |
| Warenhäuser | 230 | 2,4 | -0,6 | |
| Versandbuchhandel (mit Internet) | 1.500 | 15,5 | +1,5 | |
| Verlage direkt | 1.775 | 18,3 | +0,1 | |
| Buchgemeinschaften | 223 | 2,3 | -0,6 | |
| Insgesamt | 9.691 | 100 | ||
Editionsformen mit unterschiedlichen Schwerpunkten
Der Löwenanteil wird im Buchhandel mit gebundenen Ausgaben (Hardcovern) erwirtschaftet: 2009 entfielen 70,5% aller Umsätze auf diese Editionsform, die damit erneut einen Rückgang verbuchte (2008: 71,1). Deutlich zulegen konnte dagegen das Taschenbuch, das nun auf 25,2 % kommt (2008: 24,1%) – und damit wieder an das Niveau von 2005 anknüpft. Rückläufig sind die Umsätze beim Hörbuch, das jetzt nur noch einen Anteil von 4,3 % hat (Vorjahre: 4,8 %). Dieser Abwärtstrend dürfte auch mit den sinkenden Preisen im Audiobook-Segment zusammenhängen. Während das Taschenbuch bei der Belletristik die Führung übernimmt, spielt es bei Sachbüchern und Ratgebern mit einem Umsatzanteil von 21,8 % beziehungsweise 11,7 % eine deutlich kleinere Rolle.
Umsatz im Sortimentsbuchhandel
Der Sortimentsbuchhandel konnte 2009 zulegen, die Einnahmen kletterten hier von 5,060 Milliarden Euro auf 5,065 Milliarden. Dass sich auch dieses Ergebnis sehen lassen kann, zeigt ein Blick auf den gesamten Einzelhandel, der im vergangenen Jahr ein minus von 2,7 % zu verkraften hatte. Betrachtet man nun die Belletristik, wird deutlich, dass hier das Taschenbuch den Ton angibt, mit einem Umsatzanteil von 51,7 %, Hardcover erwirtschaften 42,3 % des Belletristik-Umsatzes. Beide Werte weichen unwesentlich von denen des Vorjahres ab.
Wirtschaftszahlen
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