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Informationen für AusbilderInnen

Infos zum Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern"

Die Förderung von Ausbildung ist wichtig. Keine Frage! Dafür gibt es viele Gründe – z.B. weil die gute Berufsausbildung nach wie vor der wichtigste Baustein für den Start in ein erfolgreiches Berufsleben ist – für eine sichere Zukunftsperspektive für junge Leute. Auch sinkt mit weniger Ausbildungsaktivität die Zahl des Fachkräftenachwuchses und somit nimmt der Fachkräftemangel weiter zu.

Hier finden Sie zusammengefasst Informationen zum Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“.

  1. Wofür und für wen?

Damit jeder seine Berufsausbildung weiterführen und erfolgreich abschließen kann.

Damit die Corona-Krise keine Krise für junge (zukünftige) Auszubildende wird.

Damit das bisherige Ausbildungsniveau der Ausbildungsbetriebe und ausbildenden Einrichtungen aufrecht erhalten werden kann.

 

Ziel der Förderung dieser Ersten Förderrichtlinie ist es, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit bis zu 249 Mitarbeitern (im Folgenden: Ausbildungsbetriebe und ausbildende Einrichtungen) durch Zuschüsse

  • in Form von Ausbildungsprämien für einen Erhalt des Niveaus oder die Erhöhung der Zahl an Ausbildungsstellen im Ausbildungsjahr ab 1. August 2020 zu gewinnen,
  • zur Ausbildungsvergütung dafür zu gewinnen, auch in Zeiten von Kurzarbeit die laufenden Ausbildungsaktivitäten im Betrieb fortzusetzen,
  • in Form von Übernahmeprämien dafür zu gewinnen, die Berufsausbildung von Auszubildenden fortzusetzen, deren ursprünglicher Ausbildungsbetrieb (KMU) aufgrund von Insolvenz als Folge der Corona-Krise die Ausbildung nicht fortführen kann.
  1. Wo beantragen?

Bei Ihrer zuständigen Bundesagentur für Arbeit: https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/bundesprogramm-ausbildungsplaetze-sichern

  1. Beantragen kann ein Ausbildungsbetrieb (Voraussetzung KMU – siehe oben) die „Ausbildungsprämie“ von 2.000 EUR,
  • wenn dieser durch die Corona-Krise in erheblichem Umfang betroffen ist.
    • Bedeutet: Ein Ausbildungsbetrieb, der im ersten Halbjahr 2020 wenigstens einen Monat Kurzarbeit durchgeführt hat oder dessen Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen ist. Bei einem Ausbildungsbetrieb, der nach April 2019 gegründet worden ist, können statt der Monate April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich herangezogen werden.
  • wenn der Ausbildungsbetrieb die Zahl der für das neue Ausbildungsjahr geschlossenen Ausbildungsverträge auf dem durchschnittlichen Niveau der letzten drei Jahre hält
    • Start des Auszubildendenvertrags mit Förderung frühestens 1. August 2020 und spätestens 15. Februar 2021 und die Probezeit muss bestanden werden
  1. Beantragen kann ein Ausbildungsbetrieb (Voraussetzung KMU – siehe oben) die „Ausbildungsprämie plus“ von 3.000 EUR,
  • wenn die Voraussetzungen unter Punkt 3 erfüllt sind und darüber hinaus der Ausbildungsbetrieb seine Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöhen konnte

 

ACHTUNG: Der Förderungsantrag ist spätestens drei Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit des jeweiligen Ausbildungsverhältnisses zu stellen.

Ein Anspruch des Antragstellenden auf Gewährung der Zuwendung besteht allerdings nicht. Der Zuwendungsgeber entscheidet im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel nach der Reihenfolge des Antragseingangs mit den vollständigen Unterlagen.

Die gesamte Bekanntmachung vom 31. Juli 2020 zur Ersten Förderrichtlinie für das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ können Sie auf der Website des Bundesministeriums für Bildung und Forschung nachlesen:

https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-3098.html

Gut zusammengefasst finden Sie die Informationen zudem auf der IHK Homepage, wo auch eine kurze Erläuterung zum „Zuschuss zur Ausbildungsvergütung“ zur Vermeidung von Kurzarbeit zu finden ist:

https://www.ihk-muenchen.de/de/Aus-und-Weiterbildung/Ausbildung/F%C3%B6rderung-Ausbildungspl%C3%A4tze-sichern-in-Corona-Zeiten/

 

COVID-19-Update für ausbildende Unternehmen und Azubis

IHK-Prüfungen
Alle schriftlichen und praktischen IHK-Zwischen- und Abschlussprüfungen vom 16. März bis 24. April 2020 wurden abgesagt und in den Juni verschoben. 

Die nächsten Termine der IHK-Zwischen- und Abschlussprüfungen 2020 finden Sie unter https://www.ihk-aka.de/pruefungen

Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an Ihre zuständige IHK.

Die Industrie- und Handelskammern München und Nürnberg haben außerdem eine Telefon-Hotline zum Coronavirus eingerichtet:

  • München und Oberbayern (089 5116-0)
  • IHK Niederbayern (0851 507-101)

 

Was passiert, wenn die Berufsschule geschlossen ist?
Bei Schließung der Berufsschule muss der Auszubildende im Ausbildungsbetrieb erscheinen, sofern er nicht unter Quarantäne gestellt ist oder das Unternehmen dem Auszubildenden vorgibt den Betrieb nicht zu betreten. Der Freistellungstatbestand aus § 15 Abs. 1 Nr. 1 BBiG entfällt.

Was passiert, wenn die Berufsschule den Azubis Arbeitsmaterial zur Verfügung stellt?
Solange kein Online-Unterricht per Video-Chat/Webinar erfolgt, haben die Auszubildenden keinen rechtlichen Anspruch auf eine Freistellung. Die IHK und die regionalen Berufsschulen appellieren allerdings an die Unternehmen/AusbilderInnen  mit den Auszubildenden – vor allem Schülerinnen und Schülern im Abschlussjahr – das Gespräch zu suchen und individuelle Absprachen (Lernzeiten für den Schulstoff bzw. die Prüfungsvorbereitungen im Betrieb oder zu Hause) zu treffen.

Grundsätzlich ist der Ausbildungsbetrieb verpflichtet, alle verfügbaren Mittel auszuschöpfen, um die Ausbildung weiter zu gewährleisten. Weiterführende Hinweise finden Sie auf unserer Corona-Sonderseite unter „Informationen für AusbilderInnen und Auszubildende“.

Das neue Berufsbildungsgesetz (BBiG)

Am 01.01.2020 ist das neue BBig in Kraft getreten. Die wesentlichen Erneuerungen:

  • Neue Abschlussbezeichnungen für Weiterbildungen
  • Mindestvergütung für Auszubildende
  • Stärkung der Teilzeitberufsausbildung
  • Verbesserte Durchlässigkeit innerhalb der beruflichen Bildung
  • Freistellung von Azubis während Berufsschul- und Prüfungszeiten

Das neue BBig finden Sie als Download auf der Seite des Bundesministerium für Bildung und Forschung unter https://www.bmbf.de/de/die-novellierung-des-berufsbildungsgesetzes-bbig-10024.html.

Das wichtigste für Sie auf einen Blick:

    Mindestausbildungsvergütung (§17 BBiG)

    Für alle Berufe ist eine Mindestausbildungsvergütung eingeführt worden.

    Die Mindestbeträge in den nächsten Jahren:

    • ab Jahr 2020, 1.Ausbildungsjahr: 515 Euro
    • ab Jahr 2021, 1.Ausbildungsjahr: 550 Euro
    • ab Jahr 2022, 1.Ausbildungsjahr: 585 Euro
    • ab Jahr 2023, 1.Ausbildungsjahr: 620 Euro

    Die Vergütungserhöhung während der Ausbildungsjahre ist festgelegt: im zweiten Ausbildungsjahr plus 18 Prozent und im dritten plus 35 Prozent jeweils auf Basis des ersten Ausbildungsjahres. Die Ausbildungsvergütung des ersten Jahres erhöht sich ebenfalls jährlich.

    Der Gesetzgeber schreibt eine  „angemessene “ Vergütung vor.

    Was bedeutet „angemessen“?

    1. Fall: Das Unternehmen ist tariflich gebunden. Für die Vergütung werden die entsprechenden Sätze aus dem Tarifvertrag entnommen. Die Tarifgebundenheit eines Unternehmens ist in Bayern an der Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband gekoppelt.
    2. Fall: Ohne tarifliche Bindung wird die branchenüblichen Tarifvergütung je nach Region mit einer maximal möglichen Abweichung von bis zu +/- 20 Prozent zugrunde gelegt. Bitte sprechen Sie sich in diesem Fall mit Ihrer zuständigen Industrie- und Handelskammer ab.
    3. Fall: Kann kein branchenüblicher Tarif identifiziert werden, kann auf eine Vergütung nach Durschnittssätzen (wie z.B. bei der IHK München und Oberbayern) zurückgegriffen werden. Bitte sprechen Sie sich in diesem Fall mit Ihrer zuständigen Industrie- und Handelskammer ab.

      Freistellung (§15 BBiG)

      Die Differenzierung nach dem Alter der Auszubildenen ist abgeschafft worden, somit sind volljährige Auszubildende in Bezug auf die Freistellung für den Berufsschulunterricht den jugendlichen Auszubilden gleichgestellt worden. Für minderjährige Auszubildende gelten weiterhin zusätzlich die Regelungen des JArbSchG.

      Aus dem Gesetzestext: §15 (1)Ausbildende dürfen Auszubildende vor einem vor 9 Uhr beginnenden Berufsschul-unterricht nicht beschäftigen. Sie haben Auszubildende freizustellen [...]

      1. an einem Berufsschultag mit mehr als fünf Unterrichtsstunden von mindestens je 45 Minuten, einmal in der Woche,
      2. in Berufsschulwochen mit einem planmäßigen Blockunterricht von mindestens 25 Stunden an mindestens fünf Tagen, [...]
      3. an dem Arbeitstag, der der schriftlichen Abschlussprüfung unmittelbar vorangeht.

      Infomaterial für Ausbilderinnen und Ausbilder

      Für Ausbilderinnen und Ausbilder unserer Mitgliedsunternehmen haben wir eine umfangreiche Arbeitsmappe zusammengestellt. Sie enthält unter anderem:

      • Checkliste Ausbildungsvertrag
      • Ausbildungszeitplaner
      • Ausbildungsordnungen, Rahmenlehrplan und Ausbildungsprofil
      • ABC Rechte und Pflichten in der Ausbildung
      • div. nützliche Broschüren und Merkblätter rund um die Ausbildung

      Ihren neuen Auszubildenden versorgen wir auf Anfrage mit einer ähnlich bestückten Infomappe.

      Die Mappe können Sie jederzeit gerne in der Geschäftsstelle bei der Ausbildungsreferentin Vera Ullrich anfordern.

      Seminare

      Fort- und Weiterbildungsprogramme

      Am wichtigsten bei der Planung der Seminare ist es uns aktuelle Themen und relevante Trends aufzugreifen und Sie somit in Ihrem beruflichen Alltag zu untersützen. Ob Seminar-Klassiker oder neuste Fortbildungsthemen: Ausführliche Informationen zu den einzelnen Veranstaltung für die Buchhandlung und den Verlag finden Sie hier.

      Jobbörse

      Auszubildende suchen und finden

      Innerhalb unserer Jobbörse haben wir einen eigenen Bereich eingerichtet, in dem Sie Ihre Ausbildungsplätze kostenlos veröffentlichen können. Wenn Sie einen Ausbildungsplatz zu vergeben haben, schicken Sie uns bitte einfach eine E-Mail mit der Anzeige (Worddokument oder Text direkt in der E-Mail) an Barbara Voit, voit@buchhandel-bayern.de.

      Arbeitskreis Berufsbildung

      Die Arbeit des Verbands im Bereich der Ausbildungsförderung wird von einem Arbeitskreis unterstützt. Die ehrenamtlichen Mitglieder – erfahrene Praktiker und Praktikerinnen aus den Verlagen und Buchhandlungen – können so unmittelbar ihre Kenntnisse in die Verbandsarbeit einbringen.  Der Arbeitskreis Berufsbildung ist aus dem ehemaligen Berufsbildungsausschuss hervorgegangen, der im Zuge der Strukturreform des Landesverbandes im November 1999 aufgelöst wurde.

      • Margit Immel, Buchhandlung Hugendubel
      • Kristian Lüpfert, Haufe-Lexware Services
      • Sabine Spigaht, Schweitzer Sortiment
      • Anna Stich, Verlagsgruppe Random House