Durchblick im Bewerbungsdschungel

Der Arbeitsmarkt frustriert. Gefühlt gibt es immer mehr hochqualifizierte Bewerber auf immer weniger Stellen. Die Konkurrenz ist hoch und der Druck steigt. Nur wer eine überzeugende Bewerbung abliefert, hat eine Chance. Aber wie geht das eigentlich - überzeugend bewerben? Julia Letetzki weiß es, denn sie ist für Marketing und Kooperationen bei Dein-Lebenslauf.com zuständig. 2014 startete Dein-Lebenslauf als Start-Up, seit Frühjahr dieses Jahres ist das Angebot in die Gründerszene Jobbörse integriert. Eine Website auf der sich Profis um eure Bewerbung kümmern.

BN_Julia Letetzki_IV Mai© Chris Marxen 2017

CLAUS: Frau Letetzki, „Hobbies: Lesen, Familie, Kino“ – auf diversen Ratgeberseiten liest man, dass das auf gar keinen Fall so im Lebenslauf stehen kann. Aber was, wenn diese Dinge nun eben tatsächlich meine Freizeit ausmachen?
Julia Letetzki: Hobbies im Lebenslauf, ja oder nein – das ist eine Frage, die viele Bewerber umtreibt und auch von Personalern nicht einstimmig beantwortet wird. Kurz: Hobbies oder, besser gesagt, Interessen runden ein Profil ab und geben dem Arbeitgeber Hinweise auf die Persönlichkeit des Bewerbers. Ballsportarten deuten auf gesellige team- und erfolgsorientierte Naturen hin. Eine Lieblingsbeschäftigung wie Lesen ist nicht wirklich aussagekräftig und verschwendet nur wertvollen Platz im Lebenslauf. Gern gesehen sind übrigens auch ehrenamtliche Tätigkeiten, da sie darauf hindeuten, dass der Bewerber auch im Job mal die Extrameile geht.

CLAUS: Auf Dein-Lebenslauf.com bieten Sie den Service an, Anschreiben und Lebenslauf für verschiedene Karrierestufen zu verfassen. Ist das nicht irgendwie geschummelt?
JL: Sich intensiv mit den Unterlagen auseinanderzusetzen kostet Zeit und erfordert Know-how. Unser Service richtet sich an diejenigen, die unter Zeitdruck stehen, den Feinschliff benötigen oder einfach eine wirklich professionelle Bewerbung erhalten möchten, mit der sie auch später noch weiterarbeiten können. Die Dokumente stellen wir im Word-Format bereit, sodass sie jederzeit aktualisiert werden können. Gestaffelt sind unsere Pakete, da die Unterlagen eines Einsteigers weniger komplex sind, als die eines Experten mit 20 Jahren Karriere, auf die er zurückblickt. Eine der wichtigsten Aufgaben ist das Filtern der relevanten Informationen, Erfahrungen und Nachweise für die entsprechende Stelle. Mit der Zeit ändern sich auch die Standards und Anforderungen an Bewerbungen. Wer sich unsicher ist, dem können wir mit unseren Erfahrungswerten helfen.

CLAUS: Was gehört denn alles in einen guten Lebenslauf?
JL: Im Lebenslauf sollte man sich auf das Wesentliche konzentrieren und die wichtigsten Stationen auf übersichtliche Weise aufnehmen, denn die Entscheider haben oft wenig Zeit. Wo man zur Grundschule gegangen ist, gehört nicht dazu. Wichtig ist, die eigenen Stärken gezielt hervorzuheben. Daneben sind auch eine gute Struktur und das Design entscheidend dafür, ob die Bewerbung in die nächste Runde geht oder direkt aussortiert wird.

BN_Lebenslauf_Vorher_NachherVorher - Nachher: So sieht ein guter Lebenslauf aus.© Dein-Lebenslauf.com

CLAUS: Gehören die Eltern hinein?
JL: Im Mittelpunkt des Lebenslaufs steht nur die eigene Person. Während es früher üblich war, auch den Status der Eltern aufzunehmen, ist das heute überholt. Anders sieht es aus, wenn ein inhaltlicher Bezug zur Stelle gegeben ist und man von Kindesbeinen Erfahrungen sammeln konnte, beispielsweise in der Konditorei der Eltern für die ausgeschriebene Bäckerstelle.

CLAUS: Wie sieht es mit der Debatte um Bewerbungsfotos aus? Wie ist der Stand dazu in Deutschland? Sollte man Fotos wenn, dann gesondert hochladen? Oder in den Lebenslauf integrieren?
JL: Das ist etwas Geschmackssache. Am üblichsten ist es immer noch, das Bewerbungsfoto in den Lebenslauf zu integrieren. Wenn es nicht ausdrücklich gewünscht ist, das Foto wegzulassen, empfehlen wir, ein typgerechtes und seriöses Business-Foto zu integrieren. Wer es sich zutraut, kann auch selbst ein Foto erstellen. Tipps dazu haben wir in unserem Blog zusammengestellt. Auch in unseren Vorlagen haben wir einen Platz für die Fotos vorgesehen.

CLAUS: Sogenannte Lücken im Lebenslauf – ein halbes Jahr Urlaub nach dem Studium z.B. – kaschieren oder zulassen?
JL: Die goldene Regel: Im Lebenslauf wird nicht gelogen. Dennoch, mit den sogenannten Lücken gilt es, richtig umzugehen. Dazu gehört, sich am besten auch fürs Bewerbungsgespräch gute Gründe zurechtzulegen und bei Fragen erklären zu können, wie es zu den entsprechenden Entscheidungen kam. Zu diesen sollte man dann auch stehen. Wichtig ist, dass der Lebenslauf in sich stimmig und plausibel erscheint.

CLAUS: Wer arbeitet bzw. schreibt denn bei Dein-Lebenslauf.com? Wer sind die Ghost Writer?
JL: Wir haben ein Kernteam, das sich um die operativen Abläufe und das Marketing kümmert. Dazu arbeiten wir gemeinsam mit Freelancern aus unterschiedlichen Branchen zusammen. So können wir für jede Stelle und Branche das nötige Backgroundwissen und die Tonalität treffen. Den End-Check übernehmen immer wir, da uns die Qualität extrem wichtig ist und wir nur beste Ergebnisse liefern möchten.

CLAUS: Merkt man nicht im Bewerbungsgespräch, dass derjenige, der vor einem sitzt, nicht selbst geschrieben hat, was als Bewerbung eingegangen ist?
JL: Wir schreiben Bewerbungen so, dass sie auch zur Person passen. Unser Job ist es, den Match zwischen der Traumstelle und den bisherigen Erfahrungen hinzubekommen und darin haben wir Erfahrung. Viele unterschätzen sich. Wir helfen dabei, aus der bisherigen Lebensgeschichte das Beste herauszuholen und somit aus der Masse herauszustechen. Unsere Auftraggeber teilen uns oft mit, dass sie selbst überrascht sind, wie gut wir ihre Person in eine oder zwei A4-Seiten fassen können.

CLAUS: Haben Sie Übersichten über Ihre Erfolgsraten?
JL: Wir freuen uns regelmäßig über extrem gutes Feedback. Es gibt berührende Geschichten von Menschen, die nach langer Arbeitslosigkeit wieder einen tollen Job gefunden haben und vor allem Personaler mit einer einzigartigen Bewerbung überzeugt haben.

CLAUS: Wer sind die Kunden? Eher Berufseinsteiger oder Erfahrene?
JL: Wir haben keine festen „Kundentypen“, da jeder in jedem Alter in die Situation kommt, sich bewerben zu müssen. Wir haben schon Aufträge von Schulabgängern für die erste Ausbildung bearbeitet, von Müttern für den Wiedereinstieg nach der Elternzeit oder von älteren Menschen, die sich auch noch einmal beruflich neu orientieren wollen. Zudem bearbeiten wir auch komplexe Bewerbungen wie beispielsweise für Führungskräfte oder helfen jungen Menschen bei der Bewerbung für ein Auslandssemester. Unser Ziel ist es, aus jedem Lebenslauf das Beste herauszuholen und jede Persönlichkeit so gut zu präsentieren, dass die Chancen für ein Bewerbungsgespräch möglichst hoch sind.

CLAUS: Danke für´s Gespräch!

Den Horizont vom Eiffelturm aus erweitern

Das Paris-Frankfurt Fellowship ist ein intensives Fortbildungsprogramms. Sein Ziel ist es, ausgewählten jungen deutschen, schweizer und französischen Buchhändlern und Verlagsmitarbeitern zu ermöglichen, neue berufliche, sprachliche und interkulturelle Kompetenzen dank eines Seminares und Verlagsbesuchen zu erwerben.
Anna Anzulewicz war Teil dieses Austauschprogramms und berichtet im Interview mit CLAUS von Ihren Erfahrungen – aus Sicht der Buchhändlerin.

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Bücher en français – Erfahrungen eines interkulturellen Austausches

Das Paris-Frankfurt Fellowship ist ein intensives Fortbildungsprogramms. Sein Ziel ist es, ausgewählten jungen deutschen, schweizer und französischen Buchhändlern und Verlagsmitarbeitern zu ermöglichen, neue berufliche, sprachliche und interkulturelle Kompetenzen dank eines Seminares und Verlagsbesuchen zu erwerben.

Yvonne Holzmeier war Teil dieses Austauschprogramms und berichtet im Interview mit CLAUS von Ihren Erfahrungen

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Kreatives Zusammenspiel zwischen Verlagen und Bloggenden

Bloggen ist ein Trend – auch in der Buchbranche. Carolina Teichmann Cravo arbeitet als Volontärin beim Heyne Verlag und betreut dort unter anderem Bloggende über das Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House.
Sie erklärt im Interview mit CLAUS, warum Bloggende für die Buchbranche wichtig sind und welches Entwicklungspotential sie sieht.

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Neustart, ein eigener Verlag und viel Mut

Julia Eisele war fast 20 Jahre Lektorin und Programmleiterin bei großen Verlagen, u.a. bei Piper. 2015 gründete sie ihren eigenen Verlag. Mit CLAUS hat sie über ihre Entscheidung, ihre Leidenschaft für besondere Titel und die Vor- und Nachteile der Selbstständigkeit gesprochen.

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Dichter, Filmemacher und Medienkünstler

Milan Grünewald ist diplomierter Medienkünstler (KHM Köln) und selbständiger Buchtrailer-Produzent. Mit CLAUS hat er über seinen Weg in die Selbständigkeit, seine Leidenschaft für Text und Bewegtbild und die Entstehung eines Buchtrailers gesprochen.

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Jeder Tag ist anders

Seit fast 15 Jahren ist Kirchner Kommunikation Sprachrohr zu den Multiplikatoren des Buchmarktes – für Kunden aus der Literaturbranche übernehmen sie klassische Pressearbeit, entwickeln PR-Strategien und führen Blogger- und Social Media-Kampagnen durch, mit dem Ziel, Aufmerksamkeit in der publizistischen Öffentlichkeit zu erzeugen.
Judith Polte hat mit CLAUS über ihre Arbeit, ihren Werdegang und die Leidenschaft in der Buchbranche gesprochen.

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Mit Knete und Wachsmalstift in die Zukunft

Design Thinking ist in vielen Unternehmen bereits fester Bestandteil der Produktentwicklung. Mit Dr. Sabine Wölflick von der Hochschule München haben wir darüber gesprochen worum es beim Design Thinking München geht, wie man es lernt und welche Rolle Design Thinking in der Zukunft der Buchbranche spielen wird.

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Von einem Patentrezept wüssten wir alle

Zum Jahreswechsel sind sie wieder da: die guten Vorsätze. Mehr Sport, gesündere Ernährung, mehr Zeit für Familie und Freunde. Man nimmt es sich vor…und hält dann doch irgendwie nicht durch. Supervision, Coaching und Kommunikationstraining sind die Arbeitsschwerpunkte von Christiane Goebel. Mit ihr hat CLAUS darüber gesprochen, wie man sich die richtigen Vorsätze schafft und sich zum Durchhalten motiviert.

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Meine Lieblingsbuchhandlung gehört jetzt mir!

Melena Renner hat ihre Lieblingsbuchhandlung gekauft. Von der konkreten Idee bis zur Umsetzung hat es gerade einmal fünf Monate gedauert. Mit CLAUS hat sie über ihren Weg zur Inhaberin der Buchhandlung Dr. Schrenk in Gunzenhausen gesprochen und uns erzählt warum traditioneller Buchhandel und Digitalisierung nicht in Konkurrenz stehen müssen.

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Von der Suche nach fast verschollenen Büchern und dem Austausch in einer kleinen großen Familie

Cigdem Aker ist Rights Manager bei der Holtzbrinck Publishing Group und 1. Vorsitzende der Jungen Verlagsmenschen. Mit CLAUS hat sie über ihre Arbeit im Bereich der Digitalisierung der Backlist, ihren Werdegang und die Bedeutung des Netzwerkens in der Buchbranche gesprochen.

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Vor lauter Volo seht ihr den Verlag nicht mehr?

Das Volontariat in der Buch- und Medienbranche ist ebenso umstritten wie frequentiert. Ausdifferenzierungen gibt es unzählige - je nach Verlag, Ausrichtung und Aufgabenbereich. Wer also mit dem Gedanken spielt, eine Volontariat anzufangen, der sollte sich vorab genau informieren, denn Fakt ist: Volo ist nicht gleich Volo. Zwei, die darüber bestens Bescheid wissen, sind Marion Preuß und Nadine Estermann. Für CLAUS stellen sie ihre Volontariate gegenüber und helfen euch ein wenig, die Orientierung zu behalten.

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Bauch, Herz, Verstand

Theorielastige Studiengänge durchhalten, Kinder- und Jugendbüchern zur Entstehung verhelfen, Nachtschichten in Werbeagenturen einlegen, jetzt Bücherstapel einkaufen, auspacken, auf- und umräumen. All das ist kein Problem für Alexandra Baier, denn sie ist ein echtes Allround-Talent. Seit einem Jahr leitet sie den PREGO cookbookstore im EATALY in der Münchner Schrannenhalle. Jetzt wurde sie vom Börsenverein für den Young Excellence Arward nominiert. Mit CLAUS plaudert sie über ihren Werdegang, über Leidenschaften und darüber, wieso der Mensch nicht nur eine Sache können können sollte...

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Durchblick im Bewerbungsdschungel

Der Arbeitsmarkt frustriert. Gefühlt gibt es immer mehr hochqualifizierte Bewerber auf immer weniger Stellen. Die Konkurrenz ist hoch und der Druck steigt. Nur wer eine überzeugende Bewerbung abliefert, hat eine Chance. Aber wie geht das eigentlich - überzeugend bewerben? Julia Letetzki weiß es, denn sie ist für Marketing und Kooperationen bei Dein-Lebenslauf.com zuständig. 2014 startete Dein-Lebenslauf als Start-Up, seit Frühjahr dieses Jahres ist das Angebot in die Gründerszene Jobbörse integriert. Eine Website auf der sich Profis um eure Bewerbung kümmern.

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Diskutieren 2.0: social reading

Plattformen, Postings, Tweets und Chats: Durch die diversen Netzwerke unserer digitalen Welt umgibt uns der Aspekt des Sozialen so penetrant wie noch nie. Klar, dass sich das auch auf unser Leseverhalten auswirkt: Social reading heißt das Stichwort, mit dem sich Marina Müller bestens auskennt. Die Community Managerin bei LovelyBooks bringt darüber ein wenig Licht ins Dunkel.

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"Studium rund ums Buch" auf der Leipziger Buchmesse

Carmen Scharf hat nach den Klausuren im Frühjahr keine Semesterferien, obwohl sie mitten in ihrem Master Buchwissenschaft: Verlagspraxis an der LMU steckt. Weg fährt sie trotzdem – nämlich zur Leipziger Buchmesse. Gemeinsam mit ihren KommilitonInnen präsentiert sie dort die buchbranchenaffinen Studiengänge, die die LMU anbietet. Für CLAUS hat sie sich Zeit genommen: Wie kommt dieses Engagement zustande und was passiert dann auf der Buchmesse?

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Urbaner Idealismus: der astikos Verlag

Daniel Bräuer und Nikk Schmitz sind Astiküsse. So nennen sie sich als Mitglieder ihres Verlages. Gegründet haben sie den astikos Verlag 2015. Zu dritt, gemeinsam mit einem Freund, mit dem sie seit längerer Zeit den Plan schmiedeten, die eingefahrenen Strukturen zu durchbrechen. Zwischenzeitlich besteht der Verlag aus einem ganzen Netzwerk an Gleichberechtigten. Und einer großen Vision.

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