CLAUS zu Gast bei... arsEdition

Der Münchner Verlag arsEdition gehört zu den 100 größten Publikumsverlagen in Deutschland und erhält sein unverwechselbares Gesicht durch die beiden Säulen Kinderbuch und Geschenkbuch. Spielerische Pop-up-Effekte, Elemente zum Fühlen, optische Überraschungen sowie eine qualitativ hochwertige Sonderausstattung vermitteln sinnliche Erfahrungen, die das gesamte Programm von arsEdition prägen.
Das unverkennbare Design mit den drei Streifen auf dem Buchrücken und in der Bildmarke sind seit Jahren Ausdruck einer konsequenten Programm- und Marketingstrategie. Bücher von arsEdition sprechen die Sinne an – so wird das vielfältige Buchprogramm dem Motto „schenken & erleben“ immer gerecht.

Am 26. Febraur 2008 fand der Verlagsbesuch bei arsEdition statt. Lesen Sie hier einen vollständigen Bericht über die Veranstaltung.


Pünktlich um 19 Uhr öffnete der Verlag seine Türen für alle interessierten Auszubildenden aus der Verlagsbranche. Mehr als 30 Teilnehmer kamen in die Friedrichstraße 9 um sich den Kinder- und Geschenkbuchverlag aus der Nähe anzusehen.

Nach einem kleinen Aperitif startete Herr Alkenbrecher, der kaufmännische Geschäftsführer, mit einem Rückblick in die Vergangenheit: Im Jahr 1896 begann die mittlerweile 111-jährige Geschichte mit dem Gründer Josef Müller, der seinem Verlag den Namen „arsSacra“ gab. In seiner christlichen Ausrichtung und der Geschäftsidee der Heiligenbildchen wurde das Verlagshaus zu einem erfolgreichen Unternehmen. Durch die Zusammenarbeit mit Ida Bohatta wurden erstmals Kinderbücher herausgegeben.

Nach den Wirren des zweiten Weltkrieges, in dem sich die Verlagsfamilie Müller in die Schweiz zurückzog, begann ein Wiederaufbau des alten Programms. 1979 kam es mit Marcel Nauer, einem Neffen der Familie, zu wichtigen Neuerungen: Der Verlagsname wurde in „arsEdition“ umbenannt. Der Schwerpunkt lag nun auf Kinderbüchern und Adventskalendern. Mit dem Buchtyp „Geschenkbuch“ und Lesezeichen wurde das Sortiment komplettiert.

Danach gab Frau Kierdorf, welche der Presseabteilung vorsteht, dem jungen Publikum einen Titel-Überblick über die sieben Programmbereiche. Diese setzen sich wie folgt zusammen: Pappbilderbücher, Bilderbücher, Erzählende Kinderbücher, Kinderbeschäftigung und Kindersachbücher, Geschenkbücher, Adventskalender und Lesezeichen. Die Schwerpunkttitel einzelner Programmbereiche werden unter einem Thema in Aktionen zusammengefasst und als attraktives „Buchpaket“ an die Sortimenter verkauft.

An dieser Stelle übernahm Frau Philipzen, die Leiterin der Produktion, das Wort und stellte das Zusammenwirken der einzelnen Abteilungen genauer vor: Insgesamt arbeiten mehr als 30 Personen aus Lektorat, Produktion, Vertrieb und Grafischem Atelier in den vier Teams Bilderbuch/Pappe, Kinderliteratur, Kinderbeschäftigung/Kindersachbuch und Geschenkbuch zusammen und sorgen für einen reibungslosen Produktionsablauf.

Die eigentliche Produktidee entsteht im Lektorat, das mithilfe der wöchentlichen Teamrunden einen engen Kontakt zur Produktions- und Vertriebsabteilung pflegt. Die Herstellung und der Einkauf werden unter dem Begriff „Produktion“ vereint, dabei ist der Einkauf für den Kontakt und die Zusammenarbeit mit den Lieferanten zuständig und sorgt sich auch um die Logistik, vor allem bei der Fernostproduktion. Die Herstellung arbeitet überwiegend mit Macintosh-Computern und erstellt unter anderem das druckfertige PDF. Neben diesen Produktionsabläufen sorgt der Vertrieb mit dem Innen- und Außendienst dafür, dass die Titel gut in die Barsortimente und den Endkundenhandel einfließen. Die Marketingabteilung konzipiert passende Werbemittel, Aktionsthemen und Displays. Zusätzlich fällt ihr die Organisation der Messeauftritte zu.

Die Presse, an dieser Stelle schaltete sich natürlich wieder Frau Kierdorf ein, arbeitet eng mit Vertrieb und Marketing zusammen, denn auch hier soll alles aus einem Guss sein. Die interne und externe Öffentlichkeitsarbeit der Abteilung sorgt dafür, dass gerade die verlagseigenen Produkte in den Mittelpunkt gerückt werden, sowohl in der Presse als auch beim Endkunden. Für die Zweitverwertung in andere Sprachen oder andere Produktformen setzt sich die Lizenzabteilung ein. Zu guter letzt muss das Grafische Atelier genannt werden, das mit seiner Arbeit sowohl das Marketing und die Presse unterstützt als auch noch ein Auge darauf hat, dass sich der Verlag als Ganzes präsentiert.

Anschließend wurde eine Pause eingeschoben, die auch dafür sorgte, dass das Büffet sich drastisch verkleinerte. Schon jetzt wurden erste Kontakte zwischen Verlag und Besuchern geknüpft.

Im zweiten Teil des Vortrags erläuterte Frau Philipzen mithilfe einer Dia-Show die Abläufe der Produktion in einer Druckerei in Fernost, denn ein großer Teil wird in China, Singapur und Malaysia hergestellt. Dass dort andere Gepflogenheiten herrschen, konnte sie durch viel Bildmaterial eindrucksvoll verständlich machen. Die Vorlaufzeit für einzelne Bücher beträgt bis zu zwei Jahre, weil die eigentliche Produktion und die Verschiffung schon eine Menge Zeit in Anspruch nehmen.

Aufgrund der Produktionsstätten in Asien kommen kritische Stimmen aus dem Publikum, warum diese sich denn nicht in Europa befinden. Frau Philipzen erwiderte darauf, dass die meisten Titel von arsEdition einer Menge Handarbeit (Pop-up, Fühlelemente…) bedürfen. Dies ist in Fernost nicht nur billiger zu gestalten, sondern ermöglicht eine solche Buchausstattung überhaupt.

Weiterhin sind für die Produktion eine Menge Freigabe-Etappen notwendig, um eine gelungene Produktion zu gewährleisten. Es werden also Dummies gebastelt, damit die Druckerei sich besser
vorstellen kann, was der Verlag will. Als Antwort gibt es ein Weißmuster, das von der Produktionsabteilung geprüft wird. Bekommt das sein Ok, kann mit der eigentlichen Produktion begonnen werden.

Zum Abschluss kam noch das Thema Produktsicherheit auf. Immerhin müssen die Titel, die ja in Kinderhände gelangen, ausgiebig getestet werden. Sowohl auf Reißfestigkeit als auch auf die Echtheit und Ungefährlichkeit der Farben. Mit diesen Worten schloss Frau Philipzen ihren Vortrag und auch die gesamte Veranstaltung. Einige Fragen kamen noch auf, ein paar Gläser wurden geleert und die Teilnehmer verließen mit einem Mumien-Pop-Up-Buch unter dem Arm das Verlagshaus. Der Abend brachte einen interessanten und spannenden Einblick in die Welt der Kinder- und Geschenkbücher.

Franziska Hild