CLAUS zu Gast bei... Random House

Die deutsche Verlagsgruppe Random House besteht aus ca. 33 Einzelverlagen (wie z.B. Goldmann, Heyne, Blessing, Blanvalet, Knaus, Luchterhand, Siedler, btb, Manesse, DVA, Kösel, Gerth Medien und natürlich C. Bertelsmann) mit insgesamt ca. 750 Mitarbeitern, die ihren Hauptsitz in München haben. In unserem „Haus der Verlage“ erscheinen jährlich bis zu 2.500 Buchtitel aus den verschiedensten Bereichen von Belletristik und Sachbüchern bis hin zu Jugendbüchern und Ratgebern.
Die Verlagsgruppe Random House geht zurück auf den traditionsreichen C. Bertelsmann Verlag, der 1835 in Gütersloh gegründet wurde. 1968 wurden die elf damals zu Bertelsmann gehörenden Publikums- und Sachbuchverlage zur Verlagsgruppe Bertelsmann zusammengefasst; 1972 zogen die Publikumsverlage nach München, die Fachverlage folgten später nach. Der Goldmann Verlag ist seit 1977 Teil der Verlagsgruppe Bertelsmann.
1998 übernahm Bertelsmann das angesehene amerikanische Verlagshaus Random House und führte alle internationalen Verlagsgeschäfte unter dem Namen Random House, Inc. zusammen. Die Verlagsgruppe Bertelsmann in München heißt seit 2001 Verlagsgruppe Random House. Sie konnte in Deutschland 2003 durch die Akquisition des Heyne Verlags und 2005 durch den Zukauf der Verlage DVA, Manesse und Kösel wachsen. Seit 2006 gehört auch Gerth Medien zur Gruppe.

 
Am 30. Juni 2008 fand der Verlagsbesuch bei der Verlagsgruppe Random House statt. Lesen Sie hier unseren ausführlichen Bericht über den Abend:


Rund 20 Auszubildende aus Verlagen und Buchhandlungen trafen sich an einem sonnigen Sommerabend, um die Verlagsgruppe Random House näher kennen zu lernen.

Mittlerweile 40 Verlage befinden sich unter dem Dach der deutschen Verlagsgruppe Random House, die zum internationalen Konzern Random House gehört. Es war für alle spannend zu erfahren, wie aus Bertelsmann die Verlagsgruppe Random House wurde. Aus einem Druckereibetrieb mit verlegerischen Ambitionen wurde von 1835 bis heute ein großes Verlagsunternehmen, das Belletristik, Kinder- und Jugendbücher, Sachbücher, Hörbücher und Ratgeber verlegt.
Nach der einführenden Präsentation durch Julia Warkentin (Personalentwicklung) gab es Gelegenheit Fragen zu den Job- und Zukunftsmöglichkeiten bei Random House zu stellen. Das „Leuchten in den Augen“ sei ein wichtiges Einstellungskriterium, erklärte Frau Warkentin. Ein Lebenslauf müsse deutlich machen, dass jemand wirklich in dieser Branche arbeiten möchte und sich frühzeitig Wissen und Praxiserfahrung angeeignet hat. Pro Jahr werden ca. 7 Auszubildende von ungefähr 400 Bewerbungen eingestellt. Zur Firmenphilosophie gehöre es auch, Auszubildende zu übernehmen.
Frau Peters, die die Abteilung Verkaufsförderung leitet, berichtete von neuen Angebots- und Erscheinungsrhythmen, die Random House eingeführt hat. Es sei wichtig auf Veränderungen des Marktes zu reagieren und den eigenen Rhythmus den Einkaufsgewohnheiten der Endverbraucher anzupassen. So wird es in Zukunft drei Mal im Jahr einen Katalog mit Neuerscheinungen geben.
Mit Hilfe eines einfachen Tortenmodells zeigte Frau Peters anschließend auf, was sie unter dem schwierigen, weil schwer fassbaren, Begriff Verkaufsförderung versteht. Den Azubis wurden gelungene Beispiele von Events präsentiert, die helfen sollen, Bücher zu verkaufen, aber auch die Buchhandlungen vor Ort zu stärken und sie regional als Teil des kulturellen Lebens zu etablieren.
Jürgen Weidenbach präsentierte ausführlich die Entwicklung des Verlages cbj seit 2003. Neben vielen Erkenntnissen über den Kinder- und Jugendbuchmarkt wurde auch deutlich, wie wichtig es ist, aktuellen Trends möglichst schnell zu folgen und die Entwicklungen auf dem Buchmarkt genau zu kennen. In letzter Zeit zeigte sich das Phänomen der All-Age-Literatur, Bücher, die sowohl von Jugendlichen als auch von Erwachsenen gelesen werden, recht häufig. So ist es nicht abwegig bei besonders vielversprechenden Projekten mit anderen Verlagen des Hauses zusammenarbeiten, um diese umsetzen zu können. Gegen Ende seiner Darstellung präsentierte er den Auszubildenden das Berufsfeld Lektorat und schloss mit dem Resümee: „ein toller Beruf“.

Im letzten Vortrag des Abends ging es um Fragen der zukünftigen Entwicklung. Man müsse sich auf die unterschiedlichen Zielgruppen und deren Gewohnheiten einstellen. Herr Damke zeigte Initiativen und Projekte von Random House auf, die den veränderten Rahmenbedingungen Rechnung tragen. Die reine Präsentation eines Covers reiche heutzutage oft nicht mehr aus, Bücher werden mit weiteren Informationen wie Videos und Blogs angereichert. Der zukünftige Leser kann sich durch einzelne Seiten blättern, hat auf Websites bewegte Bilder vor sich und kann einfach und schnell Bücher weiterempfehlen. Im Bereich des Online-Marketings stellte er unter anderem Podcasts von Verlagsautoren vor. Zu einzelnen Buchreihen werden Internetseiten entwickelt, die das Lesen der Bücher als Voraussetzung haben. Ein japanischer Trend, das Lesen von Handy-Büchern, führte zu angeregten Diskussionen und auch zu großem Erstaunen. Es wird sich zeigen, ob solche Entwicklungen auch in Deutschland kommen werden oder inwieweit neue Lesegeräte für eBooks Auswirkungen auf diesen Markt haben werden. Deutlich wurde jedoch auf jeden Fall, wie spannend die Zukunftsperspektiven der Branche sind und dass es hier nicht mehr nur um das „klassische Buchgeschäft“ geht.

In einer kleinen abschließenden Resonanzrunde legten einige Teilnehmer dar, was ihnen besonders im Gedächtnis bleiben wird und es zeigte sich, dass der Abend neben Spaß auch viele neue interessante Erkenntnisse gebracht hatte. Mit diesem guten Gefühl machten sich dann alle auf den Heimweg und sehen sich hoffentlich beim nächsten CLAUS-Abend wieder.