CLAUS zu Gast bei... Blumenbar

Der Blumenbar Verlag ist ein junger Münchner Verlag, gegründet am 15. Juni 2002. Der Verlagsname geht zurück auf einen literarischen Club, der Ende der 90er Jahre in der damaligen Privatwohnung der heutigen Verleger Lars Birken-Bertsch und Wolfgang Farkas stattgefunden hat. Seither sind neben der Publikation von Büchern organisierte Lesungen, Konzerte und Clubabende an wechselnden Orten fester Bestandteil des Verlagsprogramms.
Für den Gesamtauftritt wurde Blumenbar 2003 mit dem Buchmarkt Award in Gold ausgezeichnet. Blumenbar steht für ein modernes, zeitkritisches und anspruchsvolles Buchprogramm. Verlegerischer Schwerpunkt ist deutschsprachige und internationale Gegenwartsliteratur jenseits des Mainstreams. Entscheidende Kriterien für das Programm sind sprachliche Originalität, Authentizität und gesellschaftliche Relevanz.
Der Verlag hat bisher vierunddreißig Buchtitel von Autoren wie PETERLICHT, Hunter S. Thompson, Tony Parsons und dem renommierten Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer publiziert.

 
Beim Besuch des Blumenbar Verlages am 28. Oktober 2008 im Münchner Gärtnerplatzviertel blickten die CLAUS-Azubis, Mitglieder des CLubs der AUSzubildenden, mit Spannung hinter die Kulissen eines kleinen, jungen und innovativen Verlages.

Einer der Geschäftsführer Lars Birken-Bertsch stellte in einer kurzweiligen Präsentation den Verlag und seine Besonderheiten vor. Seine Ursprünge und seinen Namen hat der Verlag von der Blumenstraße 3, wohin die beiden Verleger, neben Herrn Birken-Bertsch ist dies Wolfgang Farkas, Mitte der 90er Jahre gezogen waren. Mit Partys und literarischen Abenden nahm alles seinen Anfang.
2002 schließlich gründete sich der Verlag und man war mit einem Titel bei der Frankfurter Buchmesse präsent. In diesem Jahr sind bereits 12 Titel erschienen. Neben anspruchsvollen und individuellen Werken der Gegenwartsliteratur gehörten auch schon immer Lesungen, Konzerte und Clubabende an wechselnden Orten zum Verlagsprogramm, das man zu einer „Marke“ entwickeln möchte.
Ein Schwerpunkt des Programms bildet die Stadt München, wo auch die Bekanntheit des Verlages am größten ist, und ihr Nachtleben. So erscheint auch im November ein Buch mit dem Titel „Mjunik Disco“ über die Geschichte der Münchner Clubszene.
Herr Birken-Bertsch wies darauf hin, dass der Verlag aber noch lange nicht fertig ist. Stattdessen setzt sich das Puzzle mit jedem weiteren Titel weiter zusammen. Noch ist manchmal nicht klar, welcher Titel zu Blumenbar passt und welcher nicht. Mittlerweile gibt es eine gute Zusammenarbeit mit Agenturen, die nicht mehr nur Titel anbieten, die sonst keiner haben wollte, sondern genau wissen, wonach Blumenbar sucht. Unabhängig davon möchte der Verlag aber auch über Veranstaltungen Präsenz zeigen. In München gibt es daher zum einen eine Kooperation mit den Kammerspielen zum anderen mit dem Kunstverein München.
Dass ein solch kleiner Verlag auf eine Zusammenarbeit angewiesen ist, zeigt die Mitarbeit beim Netzwerk Junger Verlage. Dort haben sich 12 Verlage zusammengeschlossen, um den Austausch untereinander zu fördern und besonders im Vertriebsbereich zusammenzuarbeiten. Zudem berichtete der Verleger vom „Independent Day“ der Mayerschen Buchhandlung in Aachen. Dort waren zahlreiche kleinere, unabhängige Verlage eingeladen worden, um deren Stellung am Markt zu fördern. Herr Birken-Bertsch wies darauf hin, dass gerade für kleine Verlage Partnerbuchhandlungen sehr wichtig sind und leider oftmals die mittelgroßen Buchhandlungen schwer zu erreichen sind.

Nach einer kurzen Pause las der allererste Blumenbar-Autor, Franz Xaver Karl, aus seinem aktuellen Roman „Fünf Tage im Juli“ vor. Der Besuch endete schließlich im lockeren Austausch zwischen den rund 30 Azubis und den Verlagsmitarbeitern. Es war ein abwechslungsreicher Abend bei einem unabhängigen Verlag, der sich mit viel Engagement im deutschen Verlagswesen behauptet.